|
Zurück ◄
Yoga heute
Chakras & Energie
Hand - Mudras
Hatha Yoga
Yoga Pradipika
Urklang & Yoga
Tinnitus
Meditation
Mantra
Katha Upanishad
Bhagavad Gita
Yoga Sutras
Astanga Yoga
Advaita Vedanta
Gedichte
|
Die Frage: "Was ist Yoga?", könnte bei einem Erklärungsversuch tief in vergangene
Jahrhunderte führen. Hier soll darauf verzichtet werden, um das Augenmerk eher auf das zu
richten, was Yoga für uns in unserer Zeit bedeuten und für unsere menschliche Entwicklung bewirken kann.
"Wir Menschen sind geblieben, wie wir seit Millionen von Jahren waren - im höchsten Maße gierig, neidisch, aggressiv, eifersüchtig, ängstlich und verzweifelt, mit gelegentlichen Ausbrüchen der Freude und der Zuneigung. Wir sind eine seltsame Mischung von Haß, Furcht und Freundlichkeit. Wir sind gewalttätig und auch friedfertig. Der äußere Fortschritt hat uns vom Ochsenkarren bis zum Düsenflugzeug geführt; aber innerlich hat sich das Individuum überhaupt nicht geändert, und dieses Individuum hat die Struktur der Gesellschaft in der ganzen Welt nach seinen Wünschen geschaffen."
|
Wünsche |
 |
Wir leben in dieser Zeit, mit steter Herausforderung der geistigen
Fähigkeiten. Lernen ist ein fortwährender Prozess geworden. Der dahinter verborgene
Antrieb besteht aus Wünschen, die wir mit der Erfüllung unserer Bedürfnisse, wie der
Befriedung von Wertvorstellungen verbinden.
Es herrscht allgemein die Überzeugung zum glücklich sein gehört ein gesichertes Einkommen,
Besitztümer, eine Familie und Freunde. Für die meisten Menschen erfüllt sich dieses Glück
im Rahmen der Freizeit. Als Nächstes wird folgerichtig mehr Freizeit angestrebt, was wenig
Arbeit für viel Geld erfordert. Stellen wir uns nun einmal vor all diese Wünsche würden
sich erfüllen.
Wir wollen uns Wünsche wie gut aussehende Kleidung, ein neues Auto ein Haus oder was auch
immer erfüllen.
Wir gehen also hin und erfüllen uns diese Wünsche. Die damit verbundenen Glücksgefühle
sind jedoch leider nur von kurzer Dauer. Es verhält sich damit ähnlich wie mit der
Nahrungs-aufnahme. Zunächst empfinden wir ein Hungergefühl und stellen uns die
schmackhaftesten Speisen vor. Haben wir dann gegessen und sind gesättigt würden wir nicht
zufriedener, wenn wir noch mehr essen würden. Im Gegenteil es würde uns Unwohlsein
bescheren.
Hätten wir also das Paradies auf Erden erreicht, wenn wir uns all unsere materiellen
Wünsche erfüllen könnten? |
 |
Wenn wir das glauben, kennen wir die menschliche Natur nur oberflächlich. Diese
paradiesische Glücksverheißung ist ein Trugschluss, so wie der Glaube, dass es Freude
bereiten würde jeden Tag Weihnachten zu feiern. Es wäre nichts Besonderes mehr, es würde
zum Alltag gehören wie Zähne putzen. Menschen, die einen gewissen Reichtum besitzen,
suchen Herausforderungen wie z.B. mit einem Heißluftballon als Erster die Erde zu
umrunden. Ihr Reichtum kann noch so groß sein, sie finden nicht den erstrebten Frieden,
weil die Befriedigung nie von Dauer ist. Die Begierden verschwinden nicht sie verändern
nur ihre Erscheinungsform, bis der Einzelne an die Grenze seines Daseins gelangt. Es sind
Kreisbewegungen, mal mehr oder weniger Große.
Nun ist Yoga eine sehr alte Angelegenheit und bei genauerem Hinsehen lässt sich
feststellen das derartige Fragen Menschen schon sehr lange bewegen. Auch im westlichen
Kulturkreis ist eine lang anhaltende Beschäftigung mit diesen Themen zu erkennen und wenn
wir der Lösung näher kommen wollen, werden wir uns wohl oder Übel weniger mit der
Erfüllung der Wünsche als mit ihrer Natur beschäftigen müssen. Wir müssen also an der
Quelle der Entstehung unserer Wünsche nach einer Lösung suchen.
Eines der ersten Rezepte der Yogatradition ist die Selbsterforschung. Die meisten Menschen
wissen was sie haben oder wollen, aber selten, wer sie sind. Wie können wir aber ernsthaft
glauben, dass die Erfüllung unserer Wünsche uns dauerhaft zufrieden stellt, wenn wir nicht
wissen, wer wir sind oder wie Zufriedenheit im Inneren funktioniert? Wir geben uns da
offensichtlich einer Illusion hin.
Würde die Einsicht und Feststellung, dass Zufriedenheit kein Attribut der Dinge ist,
sondern eine Eigenschaft und Fähigkeit in unserem Inneren, nicht grundlegende Konsequenzen
für unsere Orientierungsrichtung bewirken? Die Blickrichtung würde von außen nach innen
wechseln. Ist es so nicht sinnvoller einen Ort inneren Friedens aufzusuchen als auf der
Suche nach irgendwelchen Schätzen die ganze Erde umzugraben und zu verunstalten? Dieser
Gedanke könnte weitreichende Folgen haben und uns vieles ersparen. Wir würden
Zufriedenheit in uns selbst und nicht über den Umweg des materiellen Zaubers erfahren. Hilft es also genauer zu betrachten wer wir sind?
Die Ausrichtung unseres Handelns sollte auf innerer Wahrheit beruhen. Die Suche danach
wird im Westen Spiritualität genannt. Spiritualität repräsentiert also nicht jene
Weltfremdheit, die man ihr oft unterstellt, sondern ist als Befreiungsversuch von den
Verwirrungen des herkömmlichen Lebens zu verstehen. Ohne die Einsicht in Selbsterkenntnis
drehen wir uns nur im Kreis und unsere Wünsche werden zum goldenen Käfig. Die Klarheit der
Sicht ist dann getrübt durch Wunschvorstellungen, die in unseren Köpfen umhergeistern und
uns zu immer neuen Verstrickungen anregen.
| Es gibt überall in unserer Gesellschaft Indizien dafür, dass kein ökonomisches Interesse
dahin geht, Menschen über derartige Sachverhalte aufzuklären. Im Gegenteil ganze
Industrien leben von Werbung und von der Produktion der Vorstellung, dass wir all das
brauchen, um glücklicher zu werden. Überall wird vermittelt wie wir etwas in unsere Köpfe
hinein bekommen, doch niemand fragt, wie wir Überholtes oder Unwichtiges aus unseren
Köpfen wider heraus bekommen. Eine Ansammlung von Fragmenten fristet in uns ein
unbestimmtes Dasein. Dies erinnert an die Müllhalden der modernen Städte, nur dass der
hier gemeinte Müll in uns ist und sich niemand um seine Entsorgung kümmert. |
 |
Die Geschwindigkeit des modernen Lebens
Ein weiterer Aspekt unseres modernen Lebens ist die Geschwindigkeit, mit der wir uns durch
den Raum bewegen. Bei genauerer Betrachtung werden wir feststellen das auch dies unsere
Wahrnehmung verändert.
Nehmen wir die Landschaftsbetrachtung bei einer Autofahrt als Beispiel.
Wir werden zugeben, dass mit zunehmender Geschwindigkeit die Betrachtung der umgebenden
Landschaft immer flüchtiger wird. So entsteht ein sehr oberflächliches, fragmentarisches
Bewusstsein von unserem Lebensraum.
Details werden nicht mehr gesehen, Bienen, Igel oder Hasen erscheinen oft nur noch als
störende Flecken auf Windschutzscheiben bzw. Landstraßen. Die durch Wahrnehmungen
gewonnenen Inhalte des Bewusstseins dienen aber als Grundlage unseres Denkens und
Handelns. Folgerichtig verändert sich die Qualität des Handelns zunehmend.
Wenn wir im weiteren unsere Selbstwahrnehmung kritisch prüfen, so werden wir auch hier
feststellen können, dass Geschwindigkeit zu einer veränderten Wahrnehmung der inneren
Landschaften führt. Körpergefühle werden verdrängt und Selbstwahr-nehmung wird durch Beschleunigung der Lebensprozesse empfindlich
gestört. |
 |
Hinzu kommt eine beschleunigte Spezialisierung, ohne die wir im Berufsleben kaum
mehr eine Chance bekommen. Wir wissen immer mehr über immer weniger und verlieren dabei
zunehmen uns selbst. Worin besteht aber der Sinn dieser modernen Prozesse, wenn sie zum
Selbstverlust führen? Leben wir also heute in einer uns fremd gewordenen Naturlandschaft, in der wir uns selber
immer fremder werden?
Diesen Entfremdungsprozessen begegnet Yoga durch Vermittlung von Gegenwärtigkeit und Entschleunigung der Selbstwahrnehmung. Im Zentrum der Selbstwahrnehmung und unserer Selbsterkenntnis finden wir die Antworten auf die grundlegenden Fragen. Nicht fremde Lehren sondern nur wir selbst können uns ein Licht sein in Zeiten die im Begriff sind völlig finster zu werden.
Umwelt.- und Selbstbewusstsein
Wir sind die Gedanken, die wir denken!
Wenn wir schlechte Gedanken denken, züchten wir deren Saat in uns.
Wir sind die Luft, die wir atmen!
Wenn wir die Luft verschmutzen, werden wir wie die verschmutzte Luft sein.
Wir sind das Wasser, das wir trinken!
Wenn wir die Gewässer verpesten, werden wir wie das verpestete Wasser sein.
Wir sind die Erde, die uns nährt!
Wenn wir die Erde vergewaltigen, vergewaltigen wir uns selbst.
Wir haben mit Gewalt, im Dienste des Lebensstandards, gewaltige
Veränderungen in der Natur geschaffen.
Wann werden wir verstehen, dass wir uns diese Gewalt selbst zufügen? Der Verlust an
natürlicher Umgebung spiegelt den Verlust unserer eigenen Natürlichkeit. Wir werden diese
Natur erst dann erkennen, wenn wir beginnen uns Selbst zu erkennen, weil wir jenseits
unserer eigenen Natur nie eine Natur entdecken werden!
Wir essen schon lange vom Teller der Zukunft unserer Kinder und unsere Liebe zu ihnen wird
sich eines Tages an dem messen, was übrig blieb. Wo ist die Klarheit der Sicht, wo ist die
Weisheit und wo der Sinn unseres Handelns? Wir haben die Freiheit so zu handeln, wie wir
es selbst bestimmen. Aber, was ist Selbstbestimmung ohne Selbsterkenntnis? Nur tiefste
Selbstkenntnis gibt die ruhige Selbstgewissheit, nur unmittelbare Gegenwärtigkeit gibt uns Kraft, die wir heute brauchen, um
unserem Leben selbstbestimmt eine sinnvolle Richtung zu geben.
Der heutige Mensch erkennt sich selbst in seinem Denken, in seinen Idealen, in
Überzeugungen, in den Wertvorstellungen, in dem, was er gelernt hat oder seinem Wissen.
Das alles sind Inhalte unseres Bewusstseins und die sind aufmerksamkeits- bzw.
konzentrationsbedingt wechselhaft. Das Bewusstsein selbst aber bleibt wie die Leinwand auf
der wir uns die unterschied-lichsten Filme ansehen können. Wenn die Bildspiele auf der
Leinwand enden, tritt sie plötzlich als das in Erscheinung, was sie wirklich ist. So ist
es auch mit unserem Bewusstsein. Das von Inhalten befreite Bewusstsein, der ruhige Geist
erst gibt den Blick frei auf das, was wir wirklich sind.
Wenn wir diese Gedanken verstehen und beginnen ihre Quintessenz zu verwirklichen, werden wir den
Frieden, den wir alle suchen, mit uns selbst schließen können. So werden wir zufriedener,
selbstgenügsamer oder bescheidener und unseren Kindern diese Erde nicht als Müllhalde
hinterlassen.
Interesse an Umweltschutz? |
 |

Einfachheit
|