Um zu verstehen in welchem übergeordneten Zusammenhang die Mantren stehen ist es
günstig die vorangegangenen Texte zu lesen, die unter den Links " Cakras" und "Nada" zu
finden sind.
Unter dem Link "Energiezentren" ist der Text, "Die schöpferische Energie des Universums
und die Cakras", auffindbar. In ihm heißt es: "Gemäß den alten Schriften erschien als
erster Ausdruck des Brahman Shabda, ein Klang oder Laut, der einen " Sinn " beinhaltet.
Ein anderer Ausdruck für Shabda ist Nada, der Urton der Schöpfung." Im weiteren Verlauf
des Textes klärt sich die altindische Sicht der Genesis. Aus Nada, einer Urschwingung,
entstehen Unterschwingungen aus denen wiederum alles Weitere hervortritt.
Die faszinierende Idee, aus diesem Urklang Nada oder Shabda das ganze Sanskritt Alphabet
abzuleiten, führt zur Verbindung des Urklangs mit der Sprache. Das Wort enthielt somit den
Anspruch einer gottgegebenen Totalität.
Es waren also, dieser Anschauung gemäß, nicht zuerst die Dinge welche im nachhinein durch
Worte benannt wurden, sondern die Schwingungen, und in Folge die "Worte", brachten die
Dinge hervor. Eine heilige Sprache, deren "Zaubermacht" im Mantra ihren Fortbestand
behauptet. So soll das "Wort" die, des mit ihm Gemeinten, immanente Schwingung treffen um
so gleichartiges hervorzubringen. Das Opferfeuer zu den Homa Ritualen (Feuer Zeremonien)
wurde angeblich durch das Mantra RAM entzündet. (Vielleicht ist im Umgang mit bestimmten
Mantren Vorsicht geboten, weil z.B. eine Fehldosierung des Mantras RAM unter Umständen zur
Selbstentzündung führen könnte.)
Da das Wort, im westlichen Verständnis, nicht das ist was es bedeutet, sondern als
phonetisches Symbol, für das zu Deutende steht, ist unsere Sprache sozusagen entzaubert.
Vielleicht wird deshalb zur Mantra Intonation empfohlen die richtige Aussprache zu nutzen,
um so die Macht des Mantras zur vollen Entfaltung zu bringen. Die Schwierigkeit besteht
nun darin jemanden zu finden der in der Lage ist die Mantren auf die rechte Weise
auszusprechen bzw. zu intonieren.
Ähnlich wie sich ein weißer Lichtstrahl, durch ein Prisma fallend, in die 6 Grundfarben
aufteilt, soll sich die Uhrschwingung Nada im Schöpfungsprozess in verschiedenartige
Unterschwingungen aufteilen. Dem entsprechend folgen in den Zentren der jeweiligen Cakren
die Bijas (Keimlaute) OM, HAM, JAM, RAM, VAM, LAM und darauf bezogen die Blütenblätter der
einzelnen Cakren als Träger der 50 Sanskritbuchstaben. Vom Sahasrara- Cakra, der höchsten
Ebene, ausgehend teilt sich die Nada Schwingung im Schöpfungsprozess und die
Sanskritbuchstaben schwingen entsprechend in immer grobstofflicher werdenden Ebenen
abwärts.
Kam, Kham, Gam, Gham, Ngam, Cham, Chham, Jam, Jham, Njam, Tam, Tham
Manipura- Cakra (Bija=RAM)
Dam, Dham, Nam, Tam, Tham, Dam, Dham, Nam, Pam, Pham
Swadhisthana- Cakra (Bija=VAM)
Bam, Bham, Mam, Yam, Ram, Lam
Muladhara- Cakra (Bija=LAM)
Vam, Sham, Scham, Sam
Das Rückbindende Glied scheint bei allen Sanskritbuchstaben wie Bija Mantren die Endung
M zu sein. Hieraus ergibt sich ein Rückbezug, aller aus diesen Buchstaben gebildeten Worte
oder Mantren, zu ihrem Ursprung, zu den Bija Mantren, bzw. zu Nada. Ob nun die Elemente
Äther, Luft, Feuer, Wasser und Erde, die Götter wie Göttinnen, Shiva und Shakti oder wie
sie auch immer benannt werden, ob die zur Meditation gewählten Mantren lange Vers-
muntren
oder Kurze Bijas sind, es besteht die immerwährende Rückbeziehung zu Nada, der
Urschwingung, als Anbeginn der Schöpfung.
Wenn nun der Weg zu Samadhi (Erleuchtung) durch das zur Ruhe führen des Geistes in der
Meditation geebnet werden soll, scheint es folgerichtig sich nicht mit allzu komplexen
Vers- Mantren zu beschäftigen, da dies den Geist doch wieder in eine Komplexität hinein
führt die dem Ziel widerspricht.
Der kürzeste Weg scheint also darin zu bestehen, den rechten Ton (NADA) im inneren zu
hören und ihm die ganze Aufmerksamkeit zu widmen. Leider ist es, so dass nicht jeder
diesen inneren Ton wahrnimmt und Übende so auf hinführende Techniken angewiesen sein
werden.