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13. In den wichtigsten Dimensionen von Selbstverwirklichung oder Selbstaktualisierung
zeigen sich schon nach zweimonatiger Meditation starke Verbesserungen. Die
Selbstaktualisierung wurde hier nach dem POI (Personal Orientation Inventory) von Shostrom
gemessen, der besonders Kategorien der Selbstverwirklichung erfasst.

14. Drogenmissbrauch wird durch Meditation drastisch reduziert. Die hier zitierte
Untersuchung von Herbert Benson und Robert Keith Wallace erregte wegen ihrer Ergebnisse
großes Aufsehen. 1862 Versuchspersonen meditierten im Durchschnitt 20 Monate, wobei der
Prozentsatz der Versuchspersonen, die Drogen nahmen, drastisch geringer wurde.
15. Ebenso Verringerte sich Alkohol- und Zigarettenmissbrauch durch Meditation.
16. Eine besonders für Psychotherapeuten und andere Personen in sozialen Berufen
interessante Arbeit zeigte, dass Meditation das Einfühlungsvermögen in andere Menschen
verbessert. Hier war als Methode die Zen-meditation benutzt worden. |
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Die funktionelle Spezialisierung der Großhirnhemisphären
Ähnlich wie der Mensch mit seinem zweckperspektivischen Handeln der natürlichen Umwelt
nicht gerecht wird, ergeht es auch seiner Naturbedingten Innenwelt. Schon sehr früh
geschieht mit dem Individualisierungsprozess eine Spezialisierung auf jene Fähigkeiten,
die durch das kulturelle Umfeld begünstigt werden. Das Resultat der Identifikation mit
Spezialisierungsformen, ist das in den Hintergrund treten aller Aspekte menschlichen Seins
die nicht Teil, eines Zwecks sind.
Neurophysiologische Forschungen und Testreihen zur Funktion des Großhirns beweisen dessen
Teilung in zwei Funktionsbereiche, eine linke und eine rechte Hemisphäre.
Die linke Hemisphäre reagiert auf alle sprachlichen und logisch-analytischen Fragen und
veranlasst den Menschen zum lesen, Schreiben und Zählen. Sie entspricht der rechten
Blickhälfte, der rechten Körpersensibilität und den rechtsseitigen Muskelkontraktionen. In
ihr sind alle semantischen, phonetischen~ grammatischen und syntaktischen Funktionen
repräsentiert. Sie produziert zeitlich geordnetes und folgerichtiges Verhalten und ist
offenbar für verbal-analytische Funktionen und Kommunikation zuständig.
Die rechte Hemisphäre ist reaktiv im ganzheitlichen (holistischen) Erfassen des
sensorischen Eingangs und steuert die vorwiegend unwillkürlichen Bewegungen sowie
komplette Verhaltensabläufe. Sie ermöglicht eine sofortige und im Zusammenhang passende
Erkennung komplexer Muster, Strukturen und Konfigurationen. In ihr findet die
Gestaltergänzung von Wahrnehmungsfragmenten statt. In ihr spielt sich das Traumerleben und
das Denken in Bildern ab. Zusammenfassend kann die Funktion der rechten Hemisphäre als
holistisch- synthetisch, zeitlos und konstruktiv bezeichnet werden.
Die Welt wird also vom Menschen auf zwei Weisen erlebt, die sich zwar
gegenseitig ergänzen", aber nicht ineinander übersetzbar sind. In der ontogenetischen
Entwicklungsphase des menschlichen Gehirns zwischen dem 2. bis 4. Lebensjahr entsteht
durch Konditionierung im verbal- analytischen Bereich eine Dominanz der linken Hemisphäre,
die als Grundlage zur Bewältigung der komplexen, sozialen Interaktionsprobleme dient. Die
linkshemisphärischen Kategorien dominieren schon bei der Wahrnehmung. (Durch Efferenz,
d.h. man ist darauf gefasst, etwas Bestimmtes zu sehen.) Die Sicht aufs Ganze ist so durch
eine kategorisierende Wahrnehmung beschränkt und das Bewusstsein innerhalb der linken
Hemisphäre automatisiert.
Während der Meditation tritt das folgerichtige, logische Denken der linken Hemisphäre
zugunsten einer Gesamtharmonisierung der Hirnfunktionen in den Hintergrund. Aus der
ökologischen Perspektive betrachtet erscheint diese integrativere, ganzheitliche Denkweise
als Basis für eine naturintegrativere Existenzweise.
Zusammenfassen lässt sich also sagen, dass Meditation eine geeignete Methode der Zeitlich
befristeten Aufgabe des linkshemisphärischen, kognitiven Modus mit einer nachfolgenden
besseren Ausgewogenheit zwischen verbal- analytischer und holistischer, geistiger
Tätigkeit ist.
Samadhi, Satori oder ähnliche Erleuchtungszustände könnten das Ergebnis einer Umschaltung
auf rechtshemisphärische Dominanz sein. Für die rechtshemisphärische Dominanz gibt es kein
psychologisches Modell, weil die rechte Hemisphäre nicht über eine dem holistischen
Erkennen adäquate Sprache verfügt, die Ergebnisse sind nicht adäquat mitteilbar.
Obwohl Worte nur Erfindung des menschlichen Geistes sind und dazu dienen die Welt zu
beschreiben, sollen sie hier ermöglichen, das verbale Realitätsmonopol zu durchbrechen, da
das Thema "Meditation" weit über die Sprachwelt hinaus bemüht ist Bewusstsein ganz zu
umfassen.

Ende
Literatur Empfehlungen zum Thema Meditation:
Swami Vivekananda, Raja-Yoga, Bauer Verlag 1988
Swami Narayanananda, "Das Geheimnis der Geisteskontrolle", Narayana Verlag 1984
Dietrich Ebert,`Physiologische Aspekte des Yoga", Gustav Fischer Verlag 1986
Patricia Carrington, "Das große Buch der Meditation", Scherz Verlag 1986
Stanislav u. Christina Grof, "Spirituelle Kriesen", Kösel Verlag 1990
Johari, "Das Große Chakra Buch", Hermann Bauer Verlag 1987
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